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19.5.2012 : 6:17

Ich war noch niemals in New York...

Dieser Songtitel trifft auf uns 15 glückliche Elftklässler des GSG Lebach nicht mehr zu! Denn durch ein Austauschprogramm der Schule bekamen wir in den Herbstferien 2009 die Chance für zwei Wochen in Waterford, Connecticut (USA), zu leben und den "Indian Summer“ zu genießen. In diesem Teil der Staaten leuchten nämlich im Herbst alle Laubbäume in wunderbaren Gelb- und Rottönen.

Indian Summer

Jeder von uns hatte einen Platz in einer amerikanischen Familie und besuchte die High School, wo der Unterricht etwas anders abläuft als an unserem Gymnasium: Im Gegensatz zu uns können die Schüler dort ganz andere Fächer belegen, wie z.B. Health Care (= Gesundheitslehre) und Meeresbiologie. Die Pflichtfächer Mathematik, Muttersprache und Fremdsprache müssen nicht durchgehend gewählt sein.

High School ...
... in Waterford

Neben dem Schulalltag haben wir natürlich auch mit unseren neuen amerikanischen Freunden und den Lehrern gemeinsame Ausflüge unternommen: So durften wir gleich am ersten Wochenende die wunderschöne Architektur Bostons genießen.
1630 gründeten die Puritaner, die in Salem nördlich von Boston angelegt hatten, auf der Suche nach Trinkwasser die Siedlung Boston. Dort sollte später die Wiege der amerikanischen Unabhängigkeit stehen. Wie viele andere Touristen folgten auch wir der roten Markierung auf den Bürgersteigen, die den "Freedom Trail" kennzeichnen.
So besuchten wir die wichtigsten historischen Schauplätze im Kampf um die Unabhängigkeit.

Boston

An dem darauf folgenden Tag bekamen wir die atemberaubende Skyline New Yorks zu Gesicht. Man mag sich die heimliche Hauptstadt der Staaten bestimmt riesig vorstellen, aber all unsere tollsten Fantasien waren nichts im Vergleich zu dem, was wir wirklich vorfanden: Die "Skyscraper“ waren so gigantisch, dass man von manchen nicht einmal die Spitze erspähen konnte. Überall ist die Stadt mit wunderschönen Lichtern und den herrlichsten und buntesten Werbebannern übersät! Dennoch fühlt man sich nicht verloren in all dem Trubel – zumindest nicht in guter Gesellschaft. Nein! Das New Yorker Flair zieht jeden in seinen Bann.

New York

Doch nicht nur die Großstädte des Landes, sondern auch „kleinere Orte“ verzauberten uns mit ihrem Charme. So die berühmten Villen im Städtchen Newport, die einst als Sommerresidenzen der Reichen und Berühmten im 19. Jahrhundert dienten. Nun wunderschön restauriert können sie als Museen einer vergangenen Epoche besucht werden. So zum Beispiel die Residenz des Eisenbahnmagnaten Cornelius Vanderbilt II.

Villa in Newport

Und auch Mystic Seaport , wo man die "Charles W. Morgan", das letzte erhaltene Schiff der amerikanischen Walfängerflotte des 19. Jahrhundert, begutachten kann, beeindruckte uns.
Um mehr über die Geschichte des Landes und seine Ureinwohner zu erfahren, besichtigten wir das "Pequot Museum" (Pequot, so heißt ein sehr alter Indianerstamm). Dort ist in einer riesigen Halle ein ganzes Indianerdorf nachgebaut und einzelne Alltagsszenen sind mit Wachsfiguren nachgestellt. Mit Audioguides konnten wir uns zu jeder einzelnen dieser Szenen eine Erläuterung anhören. So erfuhren wir z.B., dass sich Pequotwitwen nach dem Tod ihres Mannes die Haare abschneiden, um auf andere Männer unattraktiv zu wirken.

Mystic Seaport
Walfängerschiff "Charles W. Morgan"

Außergewöhnlich war auch ein Schulausflug mit Studentinnen der Meeresbiologie im Block Island Sound im Rahmen des Faches Ozeanographie. Auf einer Ausfahrt mit einem Boot der Universität haben wir auf dem Meer verschiedenes Meeresgetier gefangen und anschließend bestimmt.

Meeresbiologie

Natürlich unternahmen wir neben diesen und vielen weiteren kulturellen Trips innerhalb der Gastfamilien auch typisch Amerikanisches: Wir besuchten ein echtes Diner, viele Fastfood-Ketten, wie Dunkin' Donuts, gingen in die Mall shoppen und zu einem football game.
Alles in allem gewöhnte sich jeder recht schnell in den „American way of life“ ein, auch wenn manchen der Einstieg und die Trennung von Familie und Freunden zu Hause anfangs sehr schwer fiel. Wir verbrachten eine unvergessliche Zeit mit unseren Gastfamilien und hatten viel Spaß in unserer Gruppe.

Football Game

Am Ende gab es dann auch ein große Abschlussparty, eine sogenanntes "Farewell Potluck Dinner" mit allen am Austausch Beteiligten und uns fiel der Abschied dann doch enorm schwer.
Last but not least wollen wir uns bei den uns begleitenden Lehrern W. Motsch und L. Bauer bedanken, die uns diese unser Leben prägenden zwei Wochen mit ermöglicht haben. Schon jetzt freuen wir uns auf den Gegenbesuch unserer amerikanischen Freunde im Februar.

Jenny Nobilia

Unsere Gruppe