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8.2.2012 : 0:50

Suchtprävention am GSG

Ansprechpartnerin und Verantwortliche: Theresia Berwanger-Jochum

Aufklären und Informieren über Auswirkungen und Folgen !
 
Beraten und Unterstützen bei Fragen und Problemen !

Begleiten und Stärken, damit Sucht keine Chance hat !

"Dass unsere Kinder mit Drogen in Berührung kommen, können wir nicht verhindern. Wir müssen aber versuchen, sie vor einem möglichen Missbrauch zu schützen!"

  • Deshalb bietet das Geschwister-Scholl-Gymnasium ein Seminar in der Jugendherberge Tholey für alle Klassen der Klassenstufe 7 an unter dem Motto:

"Drogen machen nicht cool!"

Ziel und Schwerpunkt der Veranstaltung ist die persönliche Auseinandersetzung der SchülerInnen mit diesem Thema.

Dabei sollen sie selbst mögliche Auslöser und Ursachen von Sucht herausfinden, Wirkungen und Risiken ergründen, mit Situationen umgehen lernen, in denen sie mit Suchtmitteln konfrontiert werden und den eigenen Umgang mit Suchtmitteln kritisch überdenken.

Geleitet wird die Veranstaltung von Frau Berwanger-Jochum (Religionslehrerin und Schulseelsorgerin am GSG) und der jeweiligen Klassenlehrerin/dem jeweiligen Klassenlehrer.

Herr Haab vom Landeskriminalamt erarbeitet als kompetenter Fachmann die Thematik mit den SchülerInnen.
Auf dem Hintergrund der jeweiligen Klassensituation werden die Inhalte von den Begleitpersonen  fortgeführt und vertieft.

  • Deshalb bietet das Geschwister-Scholl-Gymnasium einen Elternabend für jede Klasse 7 an unter dem Motto:

"Lebensfreude ist die beste Suchtvorbeugung"

Dennoch gibt es kein Patentrezept gegen Süchte und Abhängigkeit. Aber es gibt Erfahrungen, die Eltern dabei helfen, Suchtentwicklungen vorzubeugen. Wenn wir über Drogen, Sucht und Abhängigkeit sprechen, dann meinen wir illegale Stoffe wie Marihuana, Cannabis, Ecstasy, Heroin, aber auch gesellschaftlich tolerierte Drogen wie Alkohol, Medikamente und Nikotin.

Drogen sind sowohl Sucht- als auch Genussmittel.

Allen Menschen, ob groß oder klein, ist die Tendenz gemeinsam, sich mit Hilfe von Mitteln - seien es Süßigkeiten, Alkohol oder Fernsehen / Computer usw. - Wohlbefinden zu verschaffen und so auch unangenehmen Situationen wie etwa Langeweile, Unzufriedenheit, Frust und vielem mehr auszuweichen. Das ist im Einzelfall nicht problematisch. Dennoch sind es unter Umständen die seelischen Voraussetzungen, die Sucht entstehen lassen. Sie haben Ihr Kind einer Schule anvertraut, die gemeinsam mit Ihnen dem Bildungs- und Erziehungsauftrag nachkommen will. Die Schüler und Schülerinnen haben bereits an einem Seminar unter dem Thema "Drogen machen nicht cool!" teilgenommen.

Die Schule bietet deshalb auch Ihnen im Rahmen der Suchtprävention einen Elternabend an.

Geleitet wird der Elternabend von G. Haab vom Landeskriminalamt.

  • Deshalb gibt es am Geschwister-Scholl-Gymnasium einen Arbeitskreis "Suchtprävention", in dem Eltern, LehrerInnen und Schülervertretung über das Thema gemeinsam beraten und diskutieren.

          Sie sind herzlich eingeladen, in diesem Arbeitskreis mitzuarbeiten.

Der Termin des nächsten Treffens wird hier bzw. in den News dieser Homepage bekannt gegeben.

Schüler als Gesprächspartner im Therapiezentrum

Nach den Drogenseminaren in Klassenstufe 7, die den Schülern die Gefahren von Drogenkonsum vermitteln sollten, folgte nun in der 10. Klasse eine praxisnahe Erfahrung im Umgang mit ehemaligen Drogenabhängigen. Die 10er-Klassen des Geschwister-Scholl Gymnasiums in Lebach besuchten nacheinander das Drogen-Therapiezentrum in Tholey um dort Gespräche mit Therapeuten und Patienten zu führen. Wir, die Klasse 10I2, fuhren am 10.04.08  gemeinsam mit Frau Bayer, unserer Klassenlehrerin, und Frau Berwanger-Jochum, als zuständige Lehrerin für die Suchtprävention an unserer Schule,  dorthin um den Ablauf der Therapiemaßnahmen, sowie die Arbeit der Therapeuten besser kennen zu lernen. Die Gespräche fanden in einem Konferenzraum statt, der auch für therapeutische Zwecke dient. Das Gespräch teilte sich in drei Phasen ein: zuerst klärte uns ein Therapeut darüber auf, dass wir als Teil einer Gesprächstherapie dienen sollten. Er stellte uns den 29-jährigen C. vor, den wir im weiteren Gesprächsverlauf nach seiner Vergangenheit, seinem jetzigen Stand und seinen Zukunftsplänen befragen durften. C. berichtete von seinen ersten Drogenerfahrungen bis bin zu seinem völligen Absturz in die Drogenszene. Mit Unterstützung seiner Familie entschloss er sich vor 3 Monaten eine Therapie zu machen. Die Therapie gliedert sich in fünf Phasen: an erster Stelle steht die Orientierungsphase, in der die Außenkontakte auf ein Mindestmaß beschränkt werden, um die Therapieziele in einer bestimmten Zeit zu erreichen. Als nächste Stufe folgt die Begegnungsphase, in der die Selbst- und Fremdwahrnehmung vertieft werden.

Orientierungsphase
Ziele in dieser Phase sind:

  • Anamneseerhebung und Diagnostik
  • Aufbau einer Vertrauensbasis und therapeutischen Beziehung
  • Förderung der Eigenmotivation
  • Integration in eine bestehende Therapiegruppe
  • Auseinandersetzung mit dem Gefühl beginnender Nüchternheit
  • Erarbeitung eines Therapieplanes
  • Klärung der Schuldensituation und Beginn der Schuldenregulierung

Begegnungsphase
Ziele in dieser Phase sind:

  • Selbsterkenntnis der individuellen Suchtproblematik
  • Vertiefung von Selbst- und Fremdwahrnehmung
  • erste "neue Schritte" versuchen, intensivieren und ausbauen
  • Übernahme von Verantwortung innerhalb der therapeutischen Gemeinschaft
  • Entwicklung neuer konstruktiver Konfliktlösungsstrategien

Wachstumsphase
Ziele in dieser Phase sind:

  • reale Zukunftsperspektiven entwickeln und dadurch Verringerung von Zukunftsängsten und Fluchtwünschen
  • Festigung einer kritischen Einstellung gegenüber legalen und illegalen Drogen
  • höheres Maß an Selbstvertrauen
  •  Erlernen von Konfliktlösungen ohne ständige Kontrolle des Fachpersonals
  • befriedigendes und nach außen gerichtetes Freizeitverhalten, verstärkte Überprüfung sozialer Beziehungen
  • Einleitung der beruflichen Rehabilitation
  • Übernahme von Eigeninitiative und -verantwortung z.B. auch in Form von Teilnahme an Selbsthilfegruppen

"Die Klientin/der Klient erlebt innerhalb des therapeutischen Rahmens Ihre/ Seine Grenzen und zunehmend mehr Freiräume. Das Wechselspiel zwischen "Vereinzelung" und Gruppenzugehörigkeit gibt ebenso wie der Blick auf die eigene Biographie Themen für Einzel- und Gruppentherapie.
Signale verstehen, jemandem richtig zuhören, genau anschauen und nicht mit Vorwürfen und Generalisierungen reagieren, sind wichtige Voraussetzungen, um eigene Gefühle auszudrücken. Durch das Bewusstmachen eigener Bedürfnisse im Konfliktfall, durch das Erkennen, dass es unterschiedliche Sichtweisen von Problemen geben kann, sowie durch das Lernen, eigenes Verhalten zu überdenken und anderen mitzuteilen, lassen sich viele Konflikte im persönlichen Bereich lösen." Die nächste Phase nennt sich Wachstumsphase, in der eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung angestrebt wird, um einerseits der Gefahr der Isolierung, andererseits dem nicht minder unerwünschten Anschluss an "Drogenfreunde" vorzubeugen. Es gilt, passives Verhalten zu überwinden. "Neue Aktionsfelder auch außerhalb der Einrichtung sollen erschlossen werden, z.B. Vereine, VHS- Kurse etc. Nachdem die Einbeziehung der Eltern bzw. der Partnerin/des Partners oder anderer wichtiger Bezugspersonen durch Besuche und gemeinsame Gespräche in unserer Einrichtung mit dem zuständigen Therapeuten bereits sehr früh begonnen hat, erfolgen Heimfahrten (Eltern/Partner), dies soll u.a. zur Beziehungsklärung beitragen. Als nunmehr "Älterer" dient der Klient als Vorbild und Anreiz zur Nachahmung für "Jüngere". Frühzeitige Vorbereitung auf einen Beruf, weiteren schulischen Werdegang bzw. eine Arbeitsstelle erfolgen sehr intensiv." In der Adaptionsphase wird der Klient im Unterschied zum bisherigen Therapieverlauf nunmehr seine Zeit weitgehend selber einteilen und planen. "Globales Ziel in der Adaptionsphase ist die Wiedereingliederung in Beruf und Gesellschaft. Die Vorstellungen für das Leben nach der Therapie sollten jetzt umgesetzt und die entsprechenden Schritte dazu unternommen werden. Dazu gehören die Planung von Ausbildungs- u./o. Umschulungsmaßnahmen, Aufbau weiterer Kontakte außerhalb der Einrichtung, Praktika in Betrieben der Umgebung, selbständige Haushaltsführung und die intensive Planung und Durchführung eines Abschlussprojektes. Vor der Aufnahme in das Adaptionshaus findet ein Gespräch mit dem/der Klienten/in, seinem/ihrem Therapeuten und dem Adaptions- Mitarbeiter statt, in dem Ziele für die weitere Rehabilitationsmaßnahme geklärt werden sollen. Die Adaptionsphase ist in Tholey in den regulären Therapieablauf integriert. Der Übergang von dem geschützten Rahmen einer Therapieeinrichtung in die gesellschaftliche Realität soll hier therapeutisch begleitet erfolgen. Schwerpunkte in dieser Zeit bildet das mindestens 4-wöchige externe Praktikum, sowie die anschließende Projektarbeit im Rahmen der Arbeitstherapie. Im Praktikum soll die Einbindung in einen normalen betrieblichen Alltag eine Eingewöhnung in ein geregeltes Berufsleben ermöglichen. Die Erfahrung zeigt, dass wiederholt Praktikumbetriebe Klienten nach Therapieabschluss in ein zeitlich begrenztes oder festes Arbeitsverhältnis übernehmen. Die danach anstehende Projektarbeit soll in mehrfacher Hinsicht den Abschluss der Adaptionsphase symbolisieren. In der Adaptionsphase kümmern sich die Klienten selbst um ihre Versorgung, insbesondere um den Einkauf von Lebensmitteln, Kochen, Haus- und Wäschepflege und kleinere Renovierungsarbeiten im Haus. Während dieser Phase findet eine Gruppentherapiesitzung in 8 - tägigem Abstand statt. Praktikanten nehmen sich dafür von ihrer Praktikumstelle frei. Bei Bedarf findet eine zweite Gruppensitzung pro Woche statt. Einzelgespräche für die Praktikanten werden nach deren Arbeitszeit angeboten. Außerhalb der Praktikumzeiten arbeiten die Klienten in den hausinternen Bereichen. Nach Absprache werden jedoch bestimmte Zeiten für ihre speziellen Belange (wie z.B. Behördegänge, Arbeits- und Wohnungssuche usw.) festgelegt." Als letzte Phase steht nun die Nachsorgephase an. "Das Angebot beinhaltet eine 6 - 12 monatige Betreuung in einer Nachsorge - Wohngemeinschaft bzw. ambulante Nachbetreuung durch einen Mitarbeiter. Für das Nachsorgeangebot besteht eine eigene Konzeption." Im dritten Teil unseres Gespräches, erklärte uns der Sporttherapeut die Bedeutung des harten Sportprogramms. Die Patienten dürfen sich eine Sportart aussuchen und je nach Therapiephase auch das in der Nähe gelegene Schaumbergbad besuchen. C. will während seiner Therapie ein Praktikum bei einem Architekten beginnen. Wir wünschen ihm viel Glück auf seinem weiteren Weg und hoffen, dass er die Therapie erfolgreich beenden kann. Zur Unterstützung haben wir beschlossen ihm einen Brief zu schreiben, der ihn noch oft an uns erinnern soll. Wir können diese Kontaktaufnahme in der Gesprächstherapie nur jedem weiter empfehlen. Es ist auf jeden Fall eine Erfahrung wert und hinterlässt bleibende Eindrücke. Eindrücke, die als Abschreckung dienen; Eindrücke der Realität.
Wir bedanken uns beim Therapiezentrum Schaumberger Hof für die Möglichkeit, dass wir solche Erfahrungen machen durften und hoffen, dass wir nicht die letzte Klasse waren, die diese Chance wahrnehmen durfte. An dieser Stelle möchten wir uns auch bei Frau Berwanger-Jochum bedanken, die sich dafür einsetzte, dass diese Fahrt in den Unterricht integriert wurde.

Hellen Stein und Barbara Roser
( Schülerinnen der Klasse 10 I 2 des Geschwister-Scholl Gymnasiums in Lebach)

Spendenkonto des Schaumbergerhofs:
levoBank Eppelborn eG
Blz: 593 930 00
Kto: 5043.19

http://www.schaumbergerhof.de